Was man nicht alles findet: Beim Rumkramen auf der Festplatte entdeckt man hin und wieder Botschaften aus lang vergangenen Tagen. Hier ein seltsamer Track von noch vor derJahrtausendwende, rereleased. Eine komische Mischung aus Sphärik und breiten Sägezahnsynths, mit leisen Grüßen von John Carpenter im Abgang. Prost!
Weltwirtschaftskrise, okay, aber da war doch noch was? Ach ja: Wir ham gewählt. Und nu? Jetzt heißt es mal warten. In quälender Langsamkeit hat es schon mal 10 Tage gedauert, bis überhaupt mal ein Regierungsbildungsauftrag vergeben war, und auch jetzt schaut es nicht so aus, als würde sich da etwas bewegen. So circa bis Weihnachten solls dauern, aber nur, wenn sich bis dahin die ÖVP überlegt hat, ob sie jetzt vielleicht doch regieren will. In der Opposition wärs ja viel schöner, die roten Gfrieser sind ja wohl selber schuld, wenn sie schon so ungeschickt jede Bewegung vom gekränkten Stolz des wieder einmal völlig ungerechtfertigt vom blöden Wähler nicht zum Ersten gemachten schwarzen Lagers abhängig machen. Mindestens zweieinhalb Monate würde das dauern, so beziffert Pröll, jene schwarze Junghoffnung ohne Hals, die den schönen Begriff "Goder" wieder zentral ins mediale Rampenlicht rückt, den Zeitraum, den man die Roten so richtig schön betteln lassen möchte.
So werd ich das in Zukunft auch machen: Wenn wer was von mir will, nehm ich mir von Vornherein kurz mal ein Vierteljahr Bedenkzeit, damit derjenige auch gleich mal merkt, dass ich nur mittels Auf-dem-Bauch-Kriechen und Analakrobatik vielleicht - aber nur vielleicht! - ausnahmsweise dazu bereit bin, möglicherweise mitzumachen. Die ÖVP, die sich so gern als staatstragende Partei bezeichnet, kann wohl nur in einem so parteitragenden Staat wie unserem existieren. Es braucht eh keine Eile - wir haben ja eine handlungsfähige Regierung! Momant mal: Hat's da nicht vor kurzem gereicht? Na, ein bissl gehts noch.
Vorschlag zur Güte, um Zeit zu sparen: Die Schwarzen kriegen alle Ressorts, Faymann macht als einziges rotes Regierungsmitglied den Krone-Pressereferenten für Pröll & Co und das Land wird ab sofort zur kirchlich-feudalen ÖVP-Erbpacht mit Wahlen alle 2.000 Jahre erklärt, damit die Gefahr gebannt ist, dass sich die ÖVP je wieder so grämen muss. Sonst gibts nämlich nächstes mal blau-orange Koalitionsverhandlungen. Man fragt sich, ob nicht alles besser wäre, als diese schwarze Persönlichkeitsstörung weiter zu unterstützen. In der Zwischenzeit bin ich geneigt, den sich jungfräulich zierenden Schwarzen höflich den Gang zum Abort vorzuschlagen. Im Ernst:Gehts scheißen.
zusätzlich zum derzeitig alles beherrschenden thema wirtschaftskrise gesellt sich noch wagenhofers neuester dokumentarfilm LET'S MAKE MONEY hinzu. heute gesehen. heute gestaunt über - für mich neue - absurditäten in der finanzwelt. anschauen "lohnt" sich!
Krisen, Krisen, Krisen! Dabei wär's so einfach. Die jetzt so weithin geschmähten Manager hätten sicher wohl die nötigen Rettungspläne schon im Nachtkasterl. Man soll halt nicht immer so schwarzsehen!
Jüngst, als ich in den Wäldern nahe der
Nervenheilanstalt Steinhof unterwegs spazieren ging, näherte sich mir ein Mann mittleren
Alters in noblem Business-Anzug, aber mit leicht wirrem Blick, und überreichte
mir mit einem verschwörerisch geraunten „Bewahren Sie meine Analyse auf, sie
sind hinter mir her“ folgendes Manuskript. Danach verschwand er mit einem
Hechtsprung in einer Brombeerstaude.
KLUB MOOZAK ist auch nach einem Jahr nicht müde und steckt bereits voll in den Planungen für 2009. Bevor es aber soweit ist, dass wir unser MZK Baby (29.10.2008) der Öffentlichkeit präsentieren, nocheinmal spannende Livemusik mit Ecken und Kanten:
Morgen wird MaryClare Brzytwa bei KLUB MOOZAK #13 ihre Wien-Premiere feiern. Die gute Dame hat am Mills College/San Francisco Komposition (bei Fred Frith) sowie Flöte studiert und auch schon einige gemeinsame Konzerte mit Kevin Blechdom gespielt. Das "Dusted Magazine" hatte am 16.05.2008 folgendes zu ihr zu sagen:
"Flutist, vocalist, electronic musician, now based in Switzerland, via Oakland, via Cleveland. She's a pretty scary/awesome artist and improviser in her own right. I was really sold after hearing her perform solo torch-noise behind a microphone, keyboard and computer screen with the most colorful Max layout I'd ever seen. Later, I learned of her association with folks like Fred Frith, Zeena Parkins and Joelle Leandre, but here's a list of people I think should seek her out ASAP: Kate Bush, Maja Ratkje, Meredith Monk, Mike Patton, John Zorn, Britney."
Nachdem es beim letzten Mal technische Probleme gab, die ein Verschieben des Konzertes unvermeidbar machten, nun ein zweiter Anlauf : fAbia rund um den Produzenten Bruno Pisek stellt sein Debütalbum erstmals live vor. Alles wird gut!
Für nähere Informationen zu den involvierten Musikern BITTE WEITERLESEN!!
Nach langer Pause jetzt mal wieder etwas Kunstgenuss, diesmal in Form eines japanischen Musikvideos. Hifana heißt das Duo, das seine instrumentalen elektronischen HipHop-Beats mit den schönsten Videos seit Jahren unterlegt. Wer sich fragt, woher der Style bekannt vorkommt: Da wird die hochehrwürdige Kunst des Ukiyo-e, des japanischen Holzschnitts, ins 21. Jahrhundert geholt, allen voran der Meister aller Klassen Hokusai. Arigato!!!!
Vielleicht mag es scheinen, dass ich hier dem Hype zugetan bin und alles, was mir begegnet, was ich lese oder ansehe, super finde. Dass dem nicht so ist, zeigt sich ironischerweise meist am besten bei Kunst aus dem eigenen Land. Mag sein, dass ich beruflich oder von meinem Studium geschädigt bin, aber leider zeigt sich immer wieder, dass justament das, was die höheren Weihen der deutschen Kunst erringt, mir auf die eine oder andere Art und Weise mächtig auf die Nerven geht. Aktuelles Beispiel: Josef Winkler, Büchnerpreisträger 2008, und sein mir aktuell in die Finger gelangtes Werk "Leichnam, seine Familie belauernd".
Der Titel ist leider bei weitem das Beste an dem Buch, das aus knapp 100 Prosaminiaturen besteht, die sich mit des Autors Lieblingsthemen befassen: dem Tod und der stickigen Enge seiner Kärntner Dorfheimat sowie des ganzen Landes Österreich. Grundsätzlich wäre daran ja überhaupt nichts auszusetzen - im Gegenteil. Auch sprachlich erfreut der Autor mal mehr, mal weniger - was jedoch die Lektüre zwider macht, ist die einfältige Ausschließlichkeit der Thematik.Wer auf Existenzialismus hoffte, bekommt hier nur die intellektuelle Geisterbahn. Dieses Buch zumindest ist in etwa so tiefgründig wie ein Totenschädelaschenbecher.
Mit den Graphic Novels der späten 80er-Jahre begann ein Comic-Boom, der nicht nur neue Leser anlockte, sondern auch den Autoren größere künstlerische Freiheiten ermöglichte. Nicht nur Alan Moore hatte sich nicht umsonst mit seinen US-Verlegern aufs Heftigste in der Wolle, auch Frank Miller und andere Kreative lehnten sich gegen das aus den 50ern stammende autorenfeindliche Regime der Comicverleger auf, das dem Autor einerseits enge Grenzen in Bezug auf Zensur auferlegte und sie andererseits quasi enteignete.
Der Schotte Grant Morrison war einer der ersten Comic-Autoren, der die Rechte an seiner Serie "The Invisibles" behalten konnte und weitgehende Freiheiten bei der Gestaltung hatte. Diese Freiheitenwurden auch weidlich ausgenutzt, denn Invisibles, bestehend aus insgesamt sieben Bänden , sprengt alle Regeln, die dem Medium gerade erst auferlegt worden waren.
Sex, Revolution, LSD, Weltverschwörungen, Mystik und ontologischer Terrorismus - mit "The Invisibles" zeigte sich Morrison nicht nur als Reality Cracker, sondern auch als würdiger und in seiner Konsequenz einziger Erbe des großen William S. Burroughs . Und: "The Invisibles" kann getrost als eine der stets verschwiegenen Hauptinspirationsquellen für die interessanteren Ideen des Films" Matrix" gesehen werden.
(Ein Klick aufs Bild führt zur großen Version; Covergalerie hier .)
Hoffnung für Synästhetiker amPSYODIVERSITY DAY HAAG - Albert Hofmann ist tot, Dustin Hoffman lebt noch. Das waren die News, nun zum Wetter:
Am 11.10 zieht eine massive Psychedelic-Front über das Landgut Böllerbauer. Es ist mit fuzzigen Rock-Kapriolen der Psyrockband "Plastic Monroe", sowie treibenden Elektro Techhouse Schauern von "generalLoco" und Minimal-Donner von "die Risa" zu rechnen. Kräftig krachen lassen es außerdem die Psytrance-Entladungen von "Sockedelic, ma:::riuz, Anubizz und DJ Olaf". Bitte auch die Sonnenbrille nicht vergessen, grell wirds wenn das VJ-Team "Synapsick & Dosius" ihre Bildwerfer anwerfen.
Das war das Wetter mit Berhard Kletter. Ja, meine Damen und Herren und einen Tip hab ich noch für Sie: gengans do hin. wirklich! schauns eana des aun... de party wird wos bsonders. do wird vü wert auf details glegt und - samma uns ehrlich - de details mochen a gesammtheit doch erst komplett, net?
oiso, ans sog I inna: dans net tränzen! dans TRANCEN!
Die Zukunft hat schon mal besser ausgesehen. Rechtsruck, Wirtschaftskrise, Klimakollaps. Weil schwarz sehen wenig bringt, hier ein bisschen gute Zukunft: Technologie hat noch immer das Potenzial, uns alle zu retten. Wie wärs damit: Produktionsmittel in die Hände der Welt legen - RepRap. Das Ziel: Reichtum ohne Geld. Darwin trifft Marx. weiterlesen
Wer zufällig mal Lust auf handfestes, böses Horrorgameplay auf seinem nicht mehr ganz neuen PC haben sollte, sich aber das fade Raubkopieren Kaufen nicht antun möchte, wird jetzt mit einem Freebie belohnt: The Suffering, Midways 2004er Horror-Splatter-Action-Survival-Game im schicken Gefängnissetting, ist jetzt für gratis als Vollversion hier downzuloaden und funktioniert auch auf richtig alten Rechnern. (1,2 GB)
Freunde von Silent Hill oder Resident Evil werden ihre Freude damit haben, zartbesaiteten Gemütern ist das Spiel eher nicht zu empfehlen. Alle anderen: Horror-Gaming zum Gratistarif. Grade richtig für die kommenden Winterabende!
Dieser Tage findet die größte temporäre Kunstausstellung des Landes statt, wo uns bekannte, aber auch unbekannte Street-Artists, allesamt unter Pseudonymen, ihre jüngsten Plakatkunstwerke zur Beurteilung vorlegen. Wie Sie wissen, unterstützen Sie als brave Steuerzahler diese umfassende dekorative Gestaltung des öffentlichen Raumes ja netterweise mit etwa 60 Millionen mit – ja, ein Volk, begnadet für das Schöne!
Frank Miller ist dafür verantwortlich, dass aus Batman wurde, was er heute ist. 1986 krempelte seine Miniserie "The Dark Knight Returns" das angestaubte Image des Rächers im Fledermauskostüm zu dem um, was Tim Burton und jetzt Christopher Nolan zu einer der interessanteren Filmfiguren verwerten, die das Superheldengenre zu bieten hat. Neben Watchmen gilt TDKR als Auslöser des Graphic-Novel-Hypes vor etwa 20 Jahren.
Zur Erinnerung: Zuvor war Batman durch die TV-Serie "Batman" aus den Sechzigerjahren zum eher komischen Haudrauf samt Sidekick Robin und knallbunten Gadgets abgestempelt - ein Bild, das erst Frank Miller gründlich zertrümmerte. Seitdem war es vor allem die düstere, nihilistische Seite des Rächers, die betont wurde; nie jedoch, nicht in Burtons Gothic-Variante und auch nicht in Nolans existentialistischer Lesart, konnte im Medium Film die Düsterkeit und Zwiespältigkeit so vollständig zum Ausdruck gebracht werden wie in "The Dark Knight Returns". Und obwohl das Batman-Revival sich bis heute mehr und mehr der Komplexität von Millers Batman anzunähern versucht: Für Kenner des Comics bleibt auch die aktuelle Batman-Interpretation weit hinter jenem Comic zurück, der Batman aus der popkulturellen Versenkung geholt hatte.
Die Ausgangssituation ist radikal: Bruce Wayne ist 60, Batman ist seit über einem Jahrzehnt in Ruhestand. Doch innere Dämonen und äußere Ereignisse zwingen den alten Millionär dazu, wieder aktiv zu werden. Statt der Heldenhaftigkeit betont Miller die Fragwürdigkeit, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen, arbeitet die, jawohl, faschistische Grundtendenz des Vigilantentums heraus, das sich mehr und mehr als Kampf eines reichen alten Mannes gegen eine desillusionierte, kriminelle (Jugend-)Kultur entpuppt, die "Law and Order" im Angesicht des Chaos und ihrer sozialen Randsituationen nur mehr als Reste einer zerbröckelnden Zivilisation kennen.
KLUB MOOZAK feiert am 24. September 2008 im Wiener Fluc sein einjähriges Bestehen und die Erscheinung des neuen fAbia-Albums, das von Bruno Pisek produziert wurde. Neben der Livepremiere von fAbia wird uns Sascha Neudeck mit seinen selbstgelöteten Klangkästchen das Geburtstagsfest versüßen.
Für Line-Up Details bitte unbedingt weiterlesen! Ausserdem würde ich mir den Arsch abfrieren (äh, -freuen), mit einigen von euch gemeinsam zu feiern!!
!§$@! Montag!Okay, was soll's. Cyanide & Happiness ist ein täglicher Webcomic, der seit Ende 2005 von vier "Zeichnern" gestaltet wird. Von der Optik ähnlich wie XKCD , gräbt Cy&H allerdings regelmäßig in den alleruntersten Schubladen. Wer Southpark mochte, wird Cy&H vergöttern. Aber Vorsicht: Auf eine gute Pointe kommen oft mal zehn, die's nicht so bringen. Aber 10% Genialität - das hat was. Denn hin und wieder schwingt sich Cy&H zu den Höhen des genialsten Dadaismus auf. Eine Legende!
Jaja, die Kreationisten. Kürzlich bei den Weblinks: Spore ist böse! Das Blog Anti-Spore - Untertitel: "Resisting EA's war on creationism" - hat die Gemüter in Wallung gebracht - Hunderte Kommentare pudeln sich über die Äußerungen einer bibeltreuen Bloggerin auf, die "Spore" wegen der Verbreitung der bösen Irrlehre der Evolution geißelt.
Der aktuellste EIntrag, "Understand my beliefs, please" zeigt jedoch die Pointe. Ein treuherziges Kerzerlschluckerbekenntnis wird ausgebreitet und am Schluss hinterfotzig mit einem Bibelzitat garniert:
Noah in Genesis 8:21-27 “21. The LORD smelled the pleasing aroma and said in his heart: “Never again will I curse the ground because of man, even though every inclination of his heart is evil from childhood. And never gonna give you up. 22. “Never gonna let you down.” 23.”Never gonna run around and desert you.” 24. “Never gonna make you cry.” 25. “Never gonna say goodbye.” 26. “Never gonna tell a lie and hurt you.” 27.”Never truly believe anything you read on the Internet. There will always be cases of Poe’s Law.”
Euronews sendet seit längerem unter dem Titel "no comment" unkommentiertes, "rohes" aktuelles Nachrichtenvideomaterial aus allen Ländern der Welt. Völlig ohne Kommentar sprechen nur die Bilder sowie die Orts- und Datumsangabe in 90-Sekunden-Spots. Auf dem YouTube-Channel von nocommenttv gibt es alle Spots zu sehen und es können auch User eigenes Videomaterial einreichen.
Es ist erstaunlich, wie wenig man es gewohnt ist, (Nachrichten-)Bilder tatsächlich nur anzusehen, und wie normal einem die ständige Kommentierung schon geworden ist. Im folgenden also einige kurze Einblicke in, tja, die ganze Welt. No comment - kommt mir ja fast vor wie hier diese Woche!
Wer nicht weiß, was FTW heißt: bittesehr. Was LHC heißt,weiß dieser Tage jeder. Dass reddit schon ein rotes Brecheisen ans CERN gespendet hat, ist ein ziemlicher Insiderschmäh. Was genau im LHC im CERN passiert, hat eine bezaubernde junge Physikerin, die am CERN arbeitet, im "Large Hadron Rap" erklärt. Gefilmt wurde mit Erlaubnis des CERN direkt im LHC. Sehr lehrreicher HipHop, mit gbezauberndem Bibliothekarinnencharme. Nerdigkeit de luxe! Als Begleittext oder chaotische Nachbereitung des Ganzen, weils irgendwie zum klischeehaften Verhältnis von Nerdigkeit und Erotik passt, empfehle ich einen wunderbaren Track von MC Frontalot. Bitte hier downloaden und hier die Lyrics mitlesen. Soziologen, ahoi.
Spuren der lang vergessen geglaubten unheiligen alten tamtam-Götter am Ende der Welt bringt ein sympathischer Entdeckungsreisender aus unseren Kreisen ans Licht. Auch am Arsch der Welt, auf den Azoren, hat der unheilvolle Einfluss dieser Psycho-Sekte übelster Sorte seine Spuren hinterlassen, um die Gehirne der Jugend, nee, allgemein, zu vergiften, das Wahre und Schöne zu verunglimpfen und das Heiligste in einen sumpfigen Schlamm aus blitzblankem Zynismus, menschenverachtendem Sarkasmus und rauschgiftgeschwängertem Herumgelure zu zerren, bis es nur so staubt (das Heiligste, nicht das Herumgelure). Abgebildet ist den zähneschlotternden Berichten unseres Korrespondenten zufolge ein besonders verblendetes Exemplar der Jünger aus diesem Kult, den angeblich sein menschen-, kinder- und tierfresserisches Unwesen bis in die höchsten Ränge internationaler Diplomatenkreise gebracht hat. Denkt denn keiner an die Kinder??
Tamtam (fast vollständig) wiederauferstanden! Standing ovations für catch17!
Programm für Montag (abend): Eine kleines Juwel ungewöhnlicher Weisheiten und schrägen Humors: ein Einblick in den Kopf Allan Moores. Der ist nicht nur einer der berühmtesten und literarischsten Comic-Autoren der Gegenwart (Watchmen, V for Vendetta, From Hell), sondern nebenbei noch Schamana und Magier.
Die Dokumentation "The Mindscape of Allan Moore" (80 Minuten, aber durchgängig untertitelt, vollständig auf GUBA.com) ist eine wirklich spannende Abendgestaltung, die bei weitem nicht nur Einblick in das Werk, sondern auch in das Denken des faszinierenden Zausels gibt.
Moore ist nicht nur ein offensichtlich genialer Geschichtenerzähler, sondern liefert in seiner offen gestanden recht bekifften Stoik Witz und Weisheit am laufenden Band. Besonders seine autobiografischen Anekdoten ganz zu Beginn sollte man sich nicht entgehen lassen: Nach Schulrausschmiss in Northampton wird Moore zuerst Gerber (!) und dann Kloputzer - "and it more or less went downhill from there until I ended up as a comics writer." Zu seinem 40. Geburtstag entscheidet sich Moore, sich als Magier zu deklarieren - "to annoy my friends" - und breitet daraufhin im Film ein holistisches Weltbild aus, das wirklich die Anhörung wert ist. Ein literarischer Outlaw, ein Hofnarr und ja - ein verschmitztes Genie, das hier spricht.
Unbedingte Empfehlung! 80 Minuten psychedelische One-Man-Show zu Themen wie Bewusstsein, Magie, Sprache, Okkultismus und Politik mit einem, der das mit Realität und Fiktion sehr genau - und sehr schräg - nimmt. Sehr schön. Ansehen lohnt sich!
Gut, innovativ und schnell ist der vielbesprochene Google-Webbrowser schon. Die Bedenken in Hinsicht auf Transparenz, die von Bloggern und Feuilletons gleichermaßen geäußert wurden, scheinen jedoch nicht ganz von der Hand zu weisen. Angefangen bei der Tatsache, dass der Browser gar nicht so sehr "Open Source" ist, wie von Google versprochen... doch es gibt Abhilfe.
Alan Moore ist seiner Zeit voraus. Bereits 1982 erschein ein erster Abdruck seiner vielfach prämierten Graphic Novel "V for Vendetta", ab 1988 wurde sie in Farbe wiederveröffentlicht und zu Ende geführt. Und erst 2005, im Zuge der Comics-Renaissance im Mainstreamkino, machten sich die Wachowski-Brüder als Drehbuchschreiber daran, eine mediokre Actionkinoverfilmung des Stoffes hinzuschmeißen, in der alles überstylisch und explosiv sein musste. Wer den Film nicht gesehen hat: Nichts versäumt - den Comic zu lesen ist, wie bei den meisten Verfilmungen, etwas völlig anderes.
Moore ist ein Dystopist, dessen düsteres Werk sich nicht hinter "1984" verstecken muss. Im fiktiven 1997 istganz Großbritannien ein faschistischer Überwachungsstaat, der mit Berufung auf Terrorismus und Ausnahmegesetze die medial beruhigte Bevölkerung mit eiserner Hand regiert. Geheimpolizei, Propaganda und Konzentrationslager - schon zu Beginn ist "Vendetta" kein Comic wie jeder andere, sondern eher eine Melange aus Alexandre Dumas und Che Guevara.
Die holzschnittartigen Zeichnungen von David Lloyd brauchen etwas Eingewöhnungszeit, doch die labyrinthisch erzählte Geschichte des unbekannten Anarchisten mit der absichtsvollen Guy-Fawkes -Maske reißt den Leser in eine politisch-moralische Parabel über die Pflicht zum Widerstand und das Funktionieren des Faschismus im Großen und im Kleinen.
WTF? Irgendwie versteh ichs net. Aber egal, schönes Video, ein Text zum sich "Häääääh?"aufs Hirn tätowieren und Montag ist auch schon wieder fast gegessen, also bitte. Snickers, Mars, Karl Marx ... so weit hab ich alles. Ob da nicht der alte Falwell mit die Finger im Spiel hat. Mir wird schon ganz schwummrig!
Icons und graphische Benutzeroberflächen machen blöd, wie bereits Neal Stephenson vor einigen Jahren sagte. Icons und bunte Oberflächen entmündigen den Anwender, halten von tiefergehendem Verständnis ab, und, ja, sie verlangsamen die Arbeit am Computer ungemein.
Abhilfe naht von den Mozilla Labs: das Firefox-Addon Ubiquity ist eine mächtig aufgebohrte Command Line, welche auf die Bedürfnisse der heutigen Medienjunkies zugeschnitten ist. Eine Adresse auf einer Seite mal schnell in ein Google-Map umwandeln und als E-Mail weiterschicken? Einen Teil einer Seite übersetzen? Schaun, was Wikipedia zu einem Begriff sagt? Und das alles ohne Mausgefuchtel, neue Fenster und Copy/Paste. Klingt unspektakulär? Schaut:
Ubiquity steckt noch in einer sehr frühen Version, Anpassungen ans Deutsche (Wikipedia etc.) werden aber nicht lang auf sich warten lassen: die User können eigene Befehle entwickeln und der Allgemeinheit zur Verfügung stellen.
Firefox-Benutzer: Installieren! Die 2 Minuten Einarbeitungszeit sind im Nu wieder hereingeholt, versprochen. Hier: Ubiquity
PS: funktioniert nicht nur mit der Auswahl von einer Webseite, "this" kann auch durch eigene Ausdrücke ersetzt werden, z. b. "map naschmarkt vienna".