Irgendwie bemüht sich Google doch, seinem Motto treu zu bleiben. Google veröffentlicht ein Government Request Tool, das Regierungsanfragen an Google dokumentiert, nach Ländern geordnet.
"Like other technology and communications companies, we regularly
receive requests from government agencies around the world to remove
content from our services, or provide information about users of our
services and products. The map shows the number of requests that we
received between July 1, 2009 and December 31, 2009."
Immerhin beruft man sich auf die Menschenrechte:
Article 19 of the Universal Declaration on Human Rights
states that "everyone has the right to freedom of opinion and
expression; this right includes freedom to hold opinions without
interference and to seek, receive and impart information and ideas
through any media and regardless of frontiers." Written in 1948, the
principle applies aptly to today's Internet -- one of the most
important means of free expression in the world. Yet government
censorship of the web is growing rapidly: from the outright blocking
and filtering of sites, to court orders limiting access to information
and legislation forcing companies to self-censor content.
Zuerst verfolgt die linkslinke "Am Schauplatz"-Verschwörung die heitere Gesinnungsgenossenschaft der treuherzigen sozialen Nationalisten, und jetzt werden schon die Aussagen der eigenen Fußtruppen gegen den von überall schwer beneideten Erfolg der Anständigen und Aufrechten verwendet.
Dabei sollte man die FPÖ-Jugendarbeit bewundern, von der sich die arrivierten Parteien so einiges abschauen können. Eine Partei, die ihrem Nachwuchs, zu dem die leicht informativ herausgeforderte Frau Catrin K. wohl trotz Dementis gehört (link ), fernab jeder lächerlichen Indoktrination durch ödes Politgewäsch in solch frischer Natürlichkeit und Urwüchsigkeit die Freude am politischen Zusammensein erhalten kann, hat eine große Zukunft voll fröhlicher, anständiger, vom politischen Sumpf unverdorbener Unterstützer vor sich, die ihren geraden Bauchgefühlen mehr trauen als den langweiligen Dauerschwaflern von den voll unsexy Altparteien.
Die FPÖ ist ja bekanntlich seit längerem keine Partei, sondern eine Bewegung. Es dürfte sich dabei um eine jener Bewegungen handeln, die knapp unterhalb des Nabels nach schwerem Essen seltsame Geräusche hervorrufen.
Der zweite große politische Schock seines Lebens ist - neben dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs - die Machtübernahme durch den Nationalsozialismus.
1933 ist Musil in Berlin und sieht mit eigenen Augen den Rausch der Massen, die irrationale Erregung, die ihn an seine eigene hysterische "Krankheit" bei Kriegsbeginn denken lässt: "Ich sehe eine ungeheure Begeisterung, und erinnere mich an den Juli 1914", schreibt er erschrocken über die Ähnlichkeit gewisser Aspekte von zwei Schlüsselereignissen der europäischen Geschichte. Der Deutsche Irrsinn von 1933 schleicht sich sehr bald in die weitere Konzeption seines Romans ein: "Die Irren haben den Mut", notiert er in einem Entwurf für eine Variante des Kapitels über die psychisch kranke Clarisse und das Irrenhaus des wahnsinnigen Mörders Moosbrugger.
Quelle: Robert Musils feine Antennen für die Politik. / Franz Haas. - In: Literatur und Kritik. - ISSN 0024-466x. - 437 / 438(2009 Sep). - p. 44-51.
Ein Improvisierer, eine Einstellung, eine Location, ein Stück Requisite: Über 70 Mal hat das Improv Monologue Project bereits unter Beweis gestellt, dass mit wenig ganz schön viel geht.
Witzig, überraschend, frische Gesichter: Improv-Theater kann was.
Hier mal was ganz, ganz Schräges: Das russische Duo DVAR macht seltsamen Sound. In etwa klingt das so, als würden die durchgeknallten Cousins der Muppets Musik machen. Auf Youtube gibts mehr zu hören, ebenso auf dieser freundlichen chinesischen Seite. Hier die MySpace-Präsenz.
"Two billboards in Marsa advertising the Pope's visit to Malta got the
unlikely addition of two stencilled images of what looks like a panda.
It is not clear why the "artist" in question juxtaposed the bears with
the Pope. The organising committee was alerted yesterday morning and it
plans to erase the images."
Digitaler Nachschlag zu meinem (analogen) Geburtstagsgeschenk 2010: Schönster Verfall am Gelände einer Zuckerfabrik in Enns, OÖ, aufgenommen am 7. März 2010. Fotos von esig . Alle Bilder nach dem Klick .
Solisten aus 12 verschiedenen Ländern singen gemeinsam, unter der Leitung von Eric Whiteacre (ja, der Mann sieht cheesy aus beim Dirigieren) 'Lux Aurumque'. Ein Internetprojekt mit Symbolcharakter. Schöne Sache. Schönen Montag.
Specter Spelunker Shrinks ist ein ziemlich gelungenes Experiment mit nur einem einzigen Spielelement, und darin VVVVVV vergleichbar: Per Tastendruck lässt sich die eigene Figur stufenlos kleiner und größer machen. Das klingt anfänglich nach nicht viel, ist aber Ausgangspunkt für ziemlich witzige Rätsel, die mit Sprunggeschick, Timing und ein bisschen Nachdenken zu lösen sind.
Grafisch lässt Piet Mondrian grüßen - hier kann man sich seinen eigenen zusammenbasteln. Aktion Arbeitszeitvernichtung geht in die nächste Runde.
Schockeffekte haben was Gutes. Dass es Nestlé nicht behagt, öffentlich kritisiert zu werden, wurde wenig elegant klar, als der Schweizer Lebensmittelriese das ursprüngliche Video der Greenpeace-Kampagne von YouTube löschen ließ - wegen Urheberrechtsproblemen und Copyrightverletzung. Soso.
Inzwischen ist das Ding wieder überall online, Greenpeace freut sich über die Gratis-PR und die PR-Branche jammert, dass das alles unfair sei.
"Ich fange an mir Sorgen darüber zu machen, ob die ehemals Ohn-Mächtigen anfangen, Macht zu missbrauchen",
schluchzt etwa Mirko Lange von der deutschen PR-Agentur Talkabout. Die bösen Multiplikatoren der Weböffentlichkeit in zahllosen Blogs würden bewusst gemein sein. Denkt denn niemand an den armen Konzern? Da arbeiten ja auch nur Menschen!
"Mein Eindruck ist jedoch, dass es Greenpeace nicht wirklich und nicht
ausschließlich um die Sache geht. Greenpeace geht es um maximale
Aufmerksamkeit, und auch vorsätzlich erzeugten Schaden. Für Greenpeace
gilt nicht nur "ohne Rücksicht auf Verluste", für Greenpeace ist der
Schaden gewollt. Da ist es ganz egal, ganz auch menschliche Schicksale
mit Nestlé verbunden sind."
Und weiter:
"Nestlé hat sicherlich auch jahrelang von der Zerstörung der Regenwälder
profitiert und sich schuldig gemacht. Aber nach meiner Meinung kann
Unrecht nicht Unrecht legitimieren. Und was Greenpeace tut, ist
Unrecht. Es ist rechthaberisch, verletzend, schädigend, polemisch und
manipulativ."
Sowas. Der Zweck heiligt die Mittel - aber aus Sicht der Werbung wohl nur dann, wenn der Zweck ist, Aufmerksamkeit auf ein Kosumprodukt zu lenken. Wahrscheinlich sollten wir als mündige Konsumenten uns halt einfach selbstständig informieren, leise, emsig, im stillen Kämmerlein. Dass Palmöl in die Schokolade kommt, muss man als von den Medien zur Mündigkeit erzogener Konsument schon wissen. Steht ja auch ganz winzig im Kleinstgedruckten auf dem Riegel oben, direkt hinter der zerknitterten Falzlinie oder so. Und dass das halt billig aus gerodetem Urwald in Indonesien kommt - Mann, muss man da echt so einen Aufstand machen? Die unsichtbare Hand wird's regeln!
Sorry: Greenpeace glaub ich irgendwie mehr als Nestlé. Ein bisschen Unrecht nehm ich da schon in Kauf. Woher das bloß kommt.