Schön' Montach! Ich glaub, das hab ich schon mal in den Weblinks vorgestellt, aber man kanns nicht oft genug sagen: Shannon Wheeler zeichnet ganz wunderbare, tiefsinnige Comics.
Natürlich nicht so abgefahren wie der hier . Aber der ist ja auch von David Lynch.
Gustav Meyrink, österreichischer Autor Anfang des 20. Jahrhunderts, allgemein am ehesten bekannt durch seinen phantastischen Roman "Der Golem", ist der Auto einer bemerkenswerten kleinen Science-Fiction-Geschichte "Petroleum, Petroleum", die 1903 für das Satiremagazin Simplicissimus verfasst wurde. (Hier übrigens zur Gänze ab Seite 406 nachzulesen - da gibt's die komplette Sammlung "Des deutschen Spießers Wunderhorn" online. W00t!)
Kurz zusammengefasst geht's darin um den teuflischen Plan des sinsitren Superschurken Dr. Jessegrim, im Golf von Mexiko durch Explosionen eine weltumspannende Ölpest auszulösen. Sowas.
"Unterdessen floß das Petroleum, genau wie Dr. Jessegrim berechnet hatte, fleißig aus den unterirdischen Becken Mexikos ins Meer ab und bildete an der Oberfläche eine opalisierende Schicht, die sich immer weiter und weiter ausdehnte und, vom Golfstrom fortgetrieben, bald den ganzen Meerbusen zu bedecken schien. — — — Die Gestade waren verödet, und die Bevölkerung zog sich ins Innere des Landes zurück. —
.... »Wenn das Erdöl in dem Maße weiterströmt, wie bisher, so werden meiner Berechnung nach in 27—29 Wochen sämtliche Ozeane der Erde davon bedeckt sein und ein Regen in Zukunft für immer ausbleiben, da kein Wasser mehr verdunsten kann, — im besten Falle wird es dann nur Petroleum regnen.« — "
Leicht bizarres Addendum: Die Story beginnt mit folgendem Kommentar des Autors: "Um mir die Priorität dieser Prophezeihung zu sichern, stelle ich fest, daß folgende Novelle im Jahre 1903 geschrieben wurde. Gustav Meyrink". WTF.
Mashup Deluxe returns! Wer Freude an "Uptime/Downtime" von den Kleptones hatte (und wer daran KEINE Freude hatte, kann kein guter Mensch sein, mal ehrlich - und seit kurzem gibt's dazu übrigens VIDEOS , yeah!), wird sich auch an diesem Meisterwerlk der Musikrestlverwertung erfreuen. Die Young Punx mashen hier höchst gelungen und abwechslungsreich so manches auf hohem Niveau. Download des ganzen höchst empfehlenswerten Albums hier.
Als Bonus beim Weiterlesen, auch vom selben Album : Mashup trifft Oper trifft Pixies trifft Phil Spector trifft Stanley Kubrick. Echt jetzt.
Gefunden, übrigens, via AudioPornCentral, wos auch noch ein paar Hörproben dazu gibt . Ich entschuldige mich mal gleich bei allen, die diese Seite bisher nicht gekannt haben, für die verlorene Lebenszeit. Es tut mir sooo leid. Ach, nö.
Nach langer Zeit wieder ein Release! General Loco und frau moriz geben sich (und uns) die Ehre! Frage mich nur, wo ich meine Spektralbrille hin verschmissen habe ;-(
Blockhead sind schon seit längerem sowas wie ein Geheimtipp in meiner Musiksammlung. Der Amerikaner auf dem britischen Label Ninja Tune, der selbst auch für Def Jux produziert, oszilliert zwischen Lo-Fi-Elektronik, instrumentalem HipHop und Boards-of-Canada-Ästhetik. Downtown Science und Music by Cavelight waren schon sehr beachtliche Soloalben, die mit wunderschönen Delikatessen aufwarteten (zB hier , hier oder auch hier - einfach unpackbare Musik.). Ein ALbum dazwischen ist mir entgangen, jetzt gibts schon wieder Neues, und das Video verspricht gewohnt Großes.
Wunderschöne Musik. Wer's noch nicht kennt: Prepare for Joy!
Ich habe es öfter mal gesagt: Wenn Hans Dichand tot ist, wird sich vielleicht etwas zum Besseren ändern in Österreich.
Jetzt ist es so weit. 89 Jahre alt geworden, von denen er fast 50 Jahre das Hirn vieler Mitmenschen aufs praktische Kleinformat gebracht hatte. Man hat's manchmal vergessen, wie niederträchtig, wie provinziell, wie heimtückisch und hinterfotzig dieses Blatt ist, weil man die Krone - ich weiß es von mir, und den meisten von euch gehts wohl genau so - so gut wie nie tatsächlich gelesen hat. Beim Friseur vielleicht, im Cafe, in der Ubahn. Wenn man sie selten gelesen hat, konnte man es vielleicht vergessen, und die Ablehnung dieser Zeitung als gewissen Elitarismus betrachten, als Übereinkunft, als Herabblicken auf den "Mainstream". Soooo schlimm kaonnte es ja doch nicht sein.
Doch.
Wenn ich sie dann hin und wieder mal doch aufschlug und tatsächlich las, war ich immer fassungslos. Über die unverhohlene Fremdenfeindlichkeit, über den beschissen kleingärtnerischen Mir-san-mir-Geist, über die faschistische Law-and-Order-Folklore, über das konstante Anti-Europa-Gebrülle.
Vor allem darüber, dass so ein großer Prozentsatz an Menschen dieses Landes tatsächlich glauben, SO sehe eine Zeitung aus, dass es ganz normal sei, dass überall Kampagne und Tendenz ist, dass die Krone wirklich informieren statt indoktrinieren wolle. Und die Leserbriefe. Der dumpfe Spiegel der dumpfen Hetzer, die sich gegenseitig narzisstisch zuriefen, wo es lang geht in diesem kleinen Land, das nur uns gehört, und alle, denen das nicht passt, sollen sich schleichen.
Menschen, die so denken wie die meisten Leserbriefschreiber der Krone, sollen nicht durch das größte Medium des Landes unterstützt werden. Sie sollten sich schämen und bei Bedarf psyhologisch betreut werden.
Man sagt so etwas nicht: Aber gut, dass Dichand tot ist. Ich atme auf. The witch is dead.
"Dichand ließ den ehemaligen Nationalsozialisten Viktor Reimann 1976 eine Schmähserie über Österreichs Juden schreiben, die gerichtlich verboten wurde. Er versuchte 1982 mit einer massiven Medienkampagne die Todesstrafe in Österreich wieder salonfähig zu machen. Er unterstützte die grün-nationale Hainburg-Bewegung aus miesen Blut-Heimat-Boden-Gründen (und nicht als Engagement für den Dammhirsch und die Auschnepfe), er schrieb den Nationalsozialisten Jörg Haider in den Himmel, nur um ihn wegen Schüssel wieder fallen zu lassen. Dichands wenige Misserfolge (Hainburg-Volksbegehren, Schüssel-Gegnerschaft) beweisen: Dichand tat das Meiste aus Überzeugung. Das halte ich für bewiesen. (...) Mit Hans Dichands Tod ist der zweite Weltkrieg auch in Österreich zu Ende gegangen. Sollte irgendwer trauern, dann ist mein Mitgefühl mit ihm, wie mit jedem Trauernden. Ich glaube, um Dichand trauern wenige. Ich sicher nicht."
Vielleicht wird dieses Land jetzt ein bisschen normaler, europäischer. Ich hoffe es.
Okay, die Vuvuzelas tragen jetzt nicht grade dazu bei, die Freude an der südafrikanischen Kultur zu entdecken, aber das vermehrte Medieninteresse für den schwarzen Kontinent sehr wohl. Fantastisch wie immer dabei die letzte Folge von arte Tracks, die sich ausschließlich der Musik- und Kunst-Szene in Südafrika gewidmet hat; für kurze Zeit noch hier iom arte-Archiv anzusehen. Eine ziemliche Wundertüte, das Ganze.
Neben der unvermeidlichen Antwoord ist mir dabei besonders Inge Beckmann ins Auge gestochen, die an obigem Fiolm, soweit ich das verstanden habe, musikalisch beteiligt war.
Ansonsten bin ich grade dabei, hier keine Wortmeldung zur Covergestaltung samt Titelstory des aktuellen Falter abzugeben. Nur so viel: Dass AT sein weniger als viertellustiges Diktum von den Meerschweinchen sozusagen traditionsgemäß auch hier wieder als Dauerprovokation vor sich herschwenkt, sagt eigentlich so ziemlich alles über den bedauernswerten Geisteszustand der angeblich besten Stadtzeitung Europas in Belangen der digitalen Kultur aus.
Ironie am Rande: Da die Falter-Homepage ja bekanntlich nach wie vor die Ambition hat, die Style-Großtaten des Jahres 1989 zu perpetuieren und selbstverständlich nie & nimmer niemals nicht mehr als das absolut Notwendigste gratis und ohne Bezahlung im Netz den gierigen Alles-umsonst-Parasiten (that's us, babies!) in den Rachen werfen würde, gibts den Text von Thurnher-Versteherin-aber-iPhone-und-Twitter-doch Ingrid Brodnig selbstverständlich nicht online für lau - DAS WÄR JA NOCH SCHÖNER! - , sondern nur auf toten Bäumen, bis er nach Verkaufsschluss nächste Woche dann exklusiv in der Nationalbibliothek aushebbar wird..
PSSSSST! He! Auf Brodnigs Blog gibts ihn aber doch. Insubordination durch die Hintertür - weil der Chef merkts eh nicht? Whatever.
Erst zwei Tage alt, die WM, und schon ein Aufreger. Wer auch nur eine Minute der bisher stattgefundenen Spiele gesehen hat, hat's bemerkt: Die "Vuvuzelas", jene Plastiktröten, mit denen vornehmlich südafrikanische Fans (aber wohl auch genug andere angereiste) im Stadion "Stimmung" machen, gehen einem nach ca. 20 Sekunden mörderisch auf den Sack.
Der erste Aufreger der WM, zumindest im digitalen Feuilleton. Denn auf die ersten Beschwerde-Kolumnen folgen sofort quasi automatisch rassistische Postings ("Die sollten sich in ihre Reservate zurückziehen, sich dort gegenseitig anblasen, aber uns in Ruhe lassen!", hier ), daraufhin Vorwürfe , man würde diese Fankultur nur deshalb verachten, weil sie von Schwarzen gepflegt wird und als Retourkutsche darauf dann wieder Verschwörungstheorien , warum die FIFA die Dinger nicht verbietet.
Inzwischen gibts sogar einige Online-Petitionen , mit denen die Fans "ihre" WM Vuvuzela-frei machen wollen. Mal sehen, ob man sich noch dran gewöhnt.
Was ich neben dem stupide monotonen Dauergetröte noch bescheuerter finde, sind aber jene Kleinhirne, die mit ihren Laserpointern auf das Feld, den Ball und die Spieler leuchten. Wer so was macht, sollte sich das Ding zur Strafe selbst ins Auge stecken.
Jawoll, jetzt ist GENAU der richtige Zeitpunkt, um auf Icycle zu verweisen, ein stylisch gemachtes Flash-Spielchen, das die gefühlte Zimmertemperatur um ein paar Grade fallen lässt. Und in Tagen wie diesen zählt ja wohl jedes bisschen.
Man radelt mit einem halbnackten Glatzenträger auf einem Minifahrrad durch die neue Eiszeit. Mehr braucht man dazu nicht zu sagen, und auch der Screenshot, der alleine schon Abkühlung verschafft, spricht Bände. Mal ehrlich: Wer so gekonnt Hokusai zitiert , kann kein schlechter Mensch sein. Play!
Jaja, die WM bringt interessante musikalische Blüten zutage... weil ich (wie der admin, scheint's) fußballerisch ebenfalls Quasi-Analphabet bin, hier südafrikanisches Kontrastprogramm von unseren Lieblings-Afrikaanern Die Antwoord. Mit dämlichen Hüten, dem fetten Cousin von Freddy Krüger als Gast-MC und gscheid prollig.
Meine persönliche WM-Hymne 2010.
Sind übrigens am 18. August in der Pratersauna zu bewundern.
Ans hat kürzlich den Link zum Originalvideo in die Shoutbox geschrien (Danke für diesen Link, Bro!) - auch das sollte nicht in der Shoutbox untergehen! "Hocus Pocus" von den niederländischen Prog-Rockern Focus aus dem Jahr 1971 - abgefahrene Instrumental-Psychedelicrock-Jodel-Mukke.
Nike hat diesen Track in ihrem aktuellen Werbeclip zur Fussball-WM verwendet. Geiler Song und, wie ich finde, auch sehr geiler Videoclip, dens hier in der extralangen Story gibt: mit Drogba, Cannavaro, Rooney,
Ronaldinho und Christiano Ronaldo - die Creme de la Creme also.
Zuerst das Original, aber in flottem Live-Tempo:
Hier im Nike-Clip:
Möget ihr nun alle voller Vorfreude die letzten ruhigen Tage
genießen...!
Falls hin und wieder betäubende Leere im Gedankenstall vorherrschen sollte, was denn bitteschön an Kreativem nicht doch irgendwie ohne eben fetten Aufwand drin sein muss: Isolated Building Studies auf Flickr zeigen, dass man ja echt nur einfach immer dasselbe fotografieren muss, nur halt jedes mal woanders. Die hohe Kunst der kunstlosen Dokumentation, wie schon so schön von den Großen der Fotogeschichte, dem Ehepaar Becher, vorgemacht.