Weil man leider nur zu selten hierzulande eine sinnvolle, unaufgeregte Meinung zu Themen der Webpolitik findet, hier ein anderer Blick auf die Google-Streetview-Debatte, die ja auch Österreich mit einer Harke gestreift hat. Was natürlich dann doch wieder böse ist an Google: Die Sache mit der Netzneutralität, die zu erklären in Österreich bisher nur die Futurezone so richtig hingekriegt hat.
Übrigens ist seit kurzem flattr in einer offenen Betaphase. Zur Erinnerung: Flattr, gegründet vom Pirate-Bay-Mitgründer Peter Sunde, soll freiwilliges Bezahlen von Kleinstbeträgen im Internet vor allem für Blogs oder andere Privatkünstler möglich machen - ein ernstzunehmendes Alternativmodell, um im Internet kleinen Künstler oder Autoren schnell und direkt etwas Anerkennung zu zeigen.
Wie es genau funktioniert, kann man auf der Homepage in einem Video nachsehen, die Kurzversion geht so: Ich bezahle im Monat einen von mir bestimmten Fixbetrag, zum Beispiel 10 Euro, auf mein Flattr-Konto ein und kann diesen gesamten Betrag an beliebig viele Seitenmacher verteilen, quasi als "Trinkgeld" oder kleine Anerkennung. Wenn ich im Monat 10x klicke, kriegt also jeder der von mir freiwillig Belohnten 1 Euro - wenn ich 2 mal klicke, kriegt jeder 5 Euro.
Wenn's funktioniert, gewinnt Kevin Kellys und Cory Doctorows Idee von den "1000 true fans" an Fahrt. Cross fingers.
Nein, der sympathische junge Mann mit dem emotionalen Ausbruch ist nicht Peter Gabriel, aber eins nach dem anderen.
Ich gestehe, dass mich Bloc Party immer nur so am Rande überzeugt hat, aber was Frontmann Kele Okereke jetzt mit "The Boxer" so als Soloalbum abgeliefert hat, ist ganz schön beachtlich. Eine faszinierende Stimme, interessantes Arrangement, frischer Sound, da verschmerzt man die Überdosis Emo schon mal ausnahmsweise.
Um zum Ausgangspunkt zurückzukommen: Es ist beachtlich, wie sehr sich junge Musiker in jüngerer Zeit am frühen Peter Gabriel orientieren. Case in point: Die fantastischen TV on the Radio huldigten dem großen kleinen Briten mit der musikalischen Magie in "Halfway Home" ganz offensichtlich, und auch Vampire Weekend zitieren ihn gar ausdrücklich in "Cape Cod Kwassa Kwassa".
Mich als alten Fan erfreut das natürlich sehr, vor allem, da mich mit dem 1986er-Album "So" eine lange Liebesgeschichte verbindet. Beim Weiterlesen also noch 2x Peter Gabriel gechannelt von Menschen, die seine Enkel sein könnten, und zweimal der Meister selbst, mit zwei Tracks, die zu Unrecht sicher den wenigsten von euch bekannt sind}. Wer "So" noch nicht kennt: Besorgen, "Sledge Hammer" und die restlichen Gassenhauer ignorieren und einen Klassiker neu entdecken. Bon appetit.
total eclipse geben mit dem album tales of the shaman einen einblick in die soundkulisse des diesjährigen ozora. nun heißt s wieder warten und die restglücksgefühle laaaang konservieren!
The Glitch Mob remixen Pop zu hammerharten Bombenkrachern und Khameleon808 setzt noch einen optischen Overkill obendrauf, dass die Synapsen nur mühsam nachkommen. An die 100 verschiedene Filme kommen in dem Neunminüter vor, gemeinsam mit dem brachialen Sound ergibt das ein seltsam hypnotisches Überwältigungsfeuerwerk mit Deja-vu-Garantie. Haut rein.
Empfehlung: In HD im Vollbildmodus ansehen, dazu unten rechts im Player auf "Auf YouTube andehen" klicken und die Aufflösung auf 1080 erhöhen.
Nach 14 Tagen Mittelmeer und einer Woche exquisitem Sound endet hier die Sommerpause. Als Einstieg ins Zurück hier ein weiterer Held aus dem Haus Anticon: Jel. Hätte auch ins Chillzelt gepasst, aber ach: vermaledeiter Break!
Hier mal eine August-Empfehlung der anderen Art: Nachdem dieser Sommer ganz oft auch herbstlt, darf ich hier einen Tipp fürs Kinogehen anbringen: Schaut euch unbedingt "The Fantastic Mr. Fox" an! Nach einer Geschichte von Roald Dahl verfilmt vom genialen Wes Anderson geht es um die Suche nach dem Tier in sich. Das Leben als Fuchs kann ganz schön gefährlich sein, aber gegen seine Natur zu leben macht auf Dauer auch nicht froh... und da geht´s nicht nur den Füchsen so. Und keine gute Geschichte ohne gute Schurken, diesmal in Gestalt einer wirklich fiesen Ratte, der Willem Dafoe die Stimme geliehen hat. Die anderen realen SchauspielerInnen hinter den Puppen - ja, es ist ein Stopmotionfilm mit plüschigen Tieren - sind zwar auch gut, aber neben Dafoe braucht man ja eigentlich niemanden erwähnen ;-)
Ah, und der Soundtrack ist auch sehr spitze.
Also nichts wie hinein in den warmen und trockenen Kinosaal und viel Vergnügen!
Zur Erinnerung: die vier Freunde aus Chicago - jene Queen- und Laufbandfans namens OK Go - lassen sich beim Erstellen ihrer Videos nicht lumpen und zeigen, dass Musik vor allem eines macht: Spaß. Arbeit gehört natürlich auch dazu, aber ist das nicht unser aller Antrieb - Arbeiten der Unterhaltung wegen? Naja, bleibt nur eins hinzuzfügen: Wien darf nicht Tschigago werden!
"Coma"zaubert bei aller Hitze jedem ein Lächeln auf die Lippen. Ein wunderschönes Mini-Abenteuer im reduzierten, aber sehr stilsicheren Look, das zum Erforschen einlädt und nach maximal 15 Minuten zu einem schrägen Ende findet. Für alle, die schon immer mal hinten aus einem riesigen Wurm ... psst! Mehr wird nicht verraten. Klein und bezaubernd.
Wie minimalistisch kann ein Spiel sein, um noch ein Spiel zu sein? Was braucht man für ein Spiel? Irgendwelche Hilfsmittel? Mitspieler? Nicht unbedingt. Wo beginnt die Philosophie das Spiels - also im abstrakten Sinn seine REGELN - und wo endet sie? Muss man WISSEN, dass man ein Spiel spielt?
Das Spiel ("The Game") ist, genau genommen, so etwas wie eine indirekte Meditationsübung. Ja, die Grafik oben fasst alles zusammen, und nein, das ist kein Scherz, wie auch der liebevolle Wikipedia-Eintrag beweist. "The Game" ist ein Gedankenvirus, eine fiese metaphysische Infektion, die sich bei allen einnistet, die davon erfahren. Vorsicht - jetzt bloß nicht an einen rosa Elefanten denken!
Ziel des Spiels: Nicht an das Spiel zu denken. Wer daran denkt, hat verloren und muss diese Niederlage eingestehen. Danach wird weitergespielt. Das Spiel kann nicht gewonnen werden, aber dafür verloren. (So wie jetzt gerade.) Man kann sagen, dass das Spiel sowohl ein ironischer Kommentar auf die conditio humana als auch ein absolut dadaistisches Nonsensprojekt mit unheimlicher Ansteckungsrate ist.
Eins ist besonders bizarr dran: Es macht Spaß. Ab jetzt spielt ihr alle mit, Leute!
Wer jetzt "ALT" schreit - bitte hierher. Für alle, die es noch nicht kennen: "Mashed in Plastic" ist eines der faszinierendsten Mashup-Projekte der letzten Jahre, in dem die Film- und Gedankenwelt von David Lynch auf überraschende, verstörende und atemberaubende Weise remixt wird. Musik aus Lynch-Filmen plus Zitate des Meisters plus Soundschnipsel plus Inspiration.
Beim Weiterlesen gibt's noch ein paarmal Videonachschlag zum Antesten, das ganze Album kann man hier - natürlich gratis - downloaden.
Ein musikalisches Rätsel, wie aus WIlliam Gibsons "Pattern Recognition": iamamiwhoami ist ein mysteriöses Elektronikprojekt, von dem man gar nix weiß, außer dass eine Sängerin in bester The Knife- oder Goldfrapp-Tradition zu abwechslungsreicher, auch mal düsterer Elektronik in den ästhetisch extrem gelungenen Videos auf YouTube darin die Hauptrolle spielt. Sehr viral, das Ganze, denn bisher gibts zwölf Videoclips mit elaborierter, nach wie vor nicht völlig entschlüsselter Codierung, und man weiß noch immer nichts Genaueres. The Knife wurden verdächtigt, ebenso Trent Reznor oder Lady Gaga. Sogar dem ollen Aphex Twin traute man zu, damit was zu tun zu haben.
Bisher ist also alles noch sehr mysteriös, aber die Wikipedia gibt einen genauen Überblick über den Stand der Ermittlungen. Egal, wer's ist, die Musik ist frisch und die Videos haben definitiv was. Auf dem YouTube-Channel gibt's das bisherige Gesamtwerk, der Clip oben ist der bisher letzte Streich.